Phuket Marine Office ordnet Baustopp für Arbeiten an Wellenbrecher in Rawai an
Das Phuket Regional Marine Office hat angeordnet, die Bauarbeiten in Laem Ka Yai in Rawai einzustellen, bis eine Untersuchung zu einem möglichen Eingriff in öffentliche Wasserwege abgeschlossen ist. Auslöser des Schritts waren öffentliche Bedenken, nachdem Bilder und Berichte in
Das Phuket Regional Marine Office hat angeordnet, die Bauarbeiten in Laem Ka Yai in Rawai einzustellen, bis eine Untersuchung zu einem möglichen Eingriff in öffentliche Wasserwege abgeschlossen ist.
Auslöser des Schritts waren öffentliche Bedenken, nachdem Bilder und Berichte in sozialen Medien verbreitet worden waren, die schwere Maschinen entlang des Strandabschnitts zeigten. Beamte des Marine Office inspizierten das Gelände am 21. Mai und bestätigten, dass es sich bei den Arbeiten um ein Projekt für einen Wellenbrecher und eine Ufermauer der Baron World Trade Co Ltd handelte.
Nach Angaben des Marine Office wurde das Unternehmen aufgefordert, das Vorhaben zu erläutern und entsprechende Unterlagen vorzulegen. Am 25. Mai traf sich der Unternehmensvertreter Thanachai Soonponrai mit den Behörden und legte Chanote-Landtitelurkunden sowie eine von der Rawai Municipality ausgestellte Baugenehmigung vor.
Die Dokumente betrafen zwei nebeneinanderliegende Grundstücke in Moo 2, Soi Laem Ka Yai, mit einer Gesamtfläche von 20 rai; die südliche Grenze wurde darin als ans Meer angrenzend beschrieben. Der Unternehmensvertreter teilte den Behörden jedoch mit, dass einige ursprüngliche Grenzmarkierungen wegen Küstenerosion und eindringendem Meerwasser verschwunden seien.
Das Marine Office erklärte, es seien Gespräche darüber geführt worden, wie etwaige Ufermauern oder Wellenbrecher so angepasst werden könnten, dass sie innerhalb der Grenzen privaten Landes bleiben und zugleich die Auswirkungen auf die Küstenlandschaft sowie den öffentlichen Zugang möglichst gering gehalten werden.
In einem offiziellen Schreiben vom 25. Mai ordnete der Leiter des Phuket Marine Office, Adul Ralukmoon, an, alle Bauarbeiten auszusetzen, die möglicherweise mit einem Eingriff in Wasserwege verbunden sind, bis eine vollständige Untersuchung abgeschlossen ist. In der Anordnung werden mögliche Verstöße gegen die Sections 117, 118 und 119 bis des Thai Maritime Navigation Act genannt, die sich auf Bauwerke oder Aktivitäten beziehen, welche öffentliche Wasserwege beeinträchtigen.
In dem Schreiben heißt es, das Unternehmen müsse alle Bauarbeiten einstellen, die möglicherweise in Wasserwege hineinreichen, bis die Grenzen des Grundeigentums eindeutig überprüft seien. Zudem wurde das Unternehmen angewiesen, eine formelle Grenzvermessung durchführen zu lassen, um festzustellen, ob Bauarbeiten über privat besessenes Land hinausgegangen sind.
Der Streit weitete sich am 26. Mai aus, als Bewohner der Rawai-Seenomaden-Gemeinschaft eine formelle Beschwerde bei Phuket Governor Nirat Pongsitthaworn einreichten und eine dringende Untersuchung verlangten. Die Petition wurde von Monchai Saeleow, Direktor des Phuket Damrongdhama Centre, entgegengenommen.
Vertreter der Gemeinschaft erklärten, sie befürchteten, dass die Bauarbeiten traditionelle Zugangswege für die Fischerei beschädigen, Bereiche zum Zuwasserlassen von Booten beeinträchtigen und kulturelle sowie zeremonielle Praktiken entlang des Strandes stören könnten. In der Petition wurde zudem hinterfragt, ob das Land historisch als gemeinsam genutzter öffentlicher Raum verwendet worden sei und ob für den Wellenbrecher eine Environmental Impact Assessment durchgeführt worden sei.
Die Dorfbewohner argumentierten, dass Straßen und Wege, die seit Jahrzehnten von der Öffentlichkeit genutzt werden, nach Section 1304 des Civil and Commercial Code rechtlich als öffentliches Land gelten könnten. Phuket MP Chalermpong Saengdee begleitete die Dorfbewohner bei der Einreichung der Beschwerde.
Der aktuelle Streit belebt einen langjährigen Konflikt zwischen der Rawai-Seenomaden-Gemeinschaft und Baron World Trade Co Ltd über die Küstenentwicklung in dem Gebiet neu. Im Jahr 2019 versammelten sich mehr als 50 Seenomaden vor dem Phuket Provincial Hall, um gegen Kanalaushub und Resortbau im Zusammenhang mit demselben Unternehmen zu protestieren. Sie verwiesen dabei auf Bedenken hinsichtlich des öffentlichen Zugangs zum Strand, umstrittener Landgrenzen und des Umgangs mit dem Environmental Impact Assessment-Verfahren des Projekts.
Das Phuket Marine Office erklärte, weitere rechtliche Schritte in Bezug auf das aktuelle Projekt würden von den Ergebnissen der Landvermessungen und gemeinsamen Inspektionen mit anderen zuständigen Behörden abhängen.